Donnerstag, 11. April 2013

Unsere Kinder

inspiriert von hier:  http://aufeinanderzu.blogspot.de/2013/04/tsunami.html (kein Hyperlink)
Eine Antwort dort im Blog ist leider nicht möglich, deswegen schreibe ich meine Gedanken dazu hier bei mir nieder.
Der Blog an sich handelt von einem großen Verlust und noch größerem Kampf ums Weiterleben und strahlt eine schier unglaublich Wärme und Lebendigkeit aus, die unendlich berührend und dabei ansteckend ist.
Ich hatte mir schon einmal die Freiheit herausgenommen, etwas von dort zu übernehmen - das tiefgehende berührende Gedicht über die Kinder. ;-)
Wie unser Leben so gleichförmig verläuft, jeder Tag reiht sich an den nächsten, es wird nichts wirklich neues oder großes oder aufregendes mehr erwartet außer vielleicht doch die ersehnten Schuhe oder Tasche oder Fingerringe zu bekommen, die man schon immer wollte, oder den Traum-Pauschalurlaub... oder als Mann DAS Auto, die Beförderung, die tolle neue Frau ins Bett. Vorhersehbar. Und vorhersehbar öde. Ohne große Aufregung, überhaupt ohne Aufregung. Alle Risiken sind versichert, alle Unwägbarkeiten unter Schichten von Geld und Gespartem versteckt. Krieg gibts auch schon lange nicht mehr, Epidemien sind abgeschafft, außer einem kleinen für 2 Tage reichenden Aufreger über Pferdefleischlasagne und Grippestämme. Alles geht seinen geglätteten vorhersehbaren Gang... man möchte sich schon bald nach einem Grabstein umsehen, weil die Rabattaktionen neuerdings auch im Bestattungsgewerbe angekommen sind.
Und dann - ein Lichtstrahl, eine Nova geradezu! Die Kinder!
Sie machen IMMER etwas NEUES, ANDERES, UNERWARTETES, AUFREGENDES, Schönes, einen zutiefst aufwühlendes. IMMER.
Ein Glück, daß es Kinder gibt!!!
Jeden Tag entdecken sie die Welt wieder neu, sie ist jeden Tag anders, da sie mit den Erfahrungen des Vortages und des Tages davor zu etwas völlig neuartigem wurde.
Ihre Leistungen und ihr Können, ihr Wünschen und Wollen aus ganzer Seele, allein die Tatsache, daß sie jedem Tag neu mit Staunen und Lebensfreude begegnen, ist anbetungswürdig. Nachahmenswert. Lebenswert. Liebenswert sowieso.
Ich liebe jeden Tag den Moment, da ich meine Jüngste zur Schule wecke. Ihr Strahlen, wenn sie die Augen öffnet, die Freude, mit der sie dem neuen Tag entgegensieht, dem Spannenden und Aufregenden, was sie heute alles lernen und erleben wird, ist hinreißend und wie ein Lebenselixir für mich. :-)  Freude pur!
Ihr Stolz, ihr Strahlen, wenn sie eine schwierige Aufgabe gemeistert hat, die Schnelligkeit und Aufmerksamkeit, mit der sie neues lernt, ihre Bereitschaft, sich nicht nur mit dem zufriedenzugeben, was sie schon hat oder kann, sondern nach noch mehr Freude und Schönheit zu streben, läßt mich zutiefst beschämt sein.
Vor vielen Jahren, als meine Große noch eine Zweitklässlerin war, hat auch ihre Schule eine Musikaufführung vorbereitet, alle haben lange geprobt, und jedes Kind hat seinen wichtigen Teil daran mitgewirkt. Die Dynamik, die positive Energie, die Lebensschwingungen, die davon ausgingen, haben mich zutiefst bewegt. Letztes Jahr die Zirkuswoche in der Schule (ein ganzer Zirkus hat eine Woche lang die Schulkinder trainiert und am Ende der Zeit das Ergebnis des Trainings in drei glanzvollen Gala-Vorstellungen präsentiert - die absolut schönste Zirkusvorstellung, die ich je gesehen habe) war auch so ein Moment, wo man sich aus seinem Alltagstrott erhebt und SIEHT, daß es auch andere wichtigere, bedeutendere Dinge gibt als die drückenden und kleinlichen Sorgen des Alltags.
Die Dynamik der Jugend, die sich noch unsterblich fühlt. Die noch unsterblich IST.
Das wollte ich eigentlich gern dort schreiben... bei aufeinanderzu.
Danke fürs Lesen.

Herzliche Grüße, Sathiya

Kommentare:

  1. Good on you, Sathiya - wahre Worte!
    Auch wenn ich selbst meist nur an 'geborgten Kindern' mich erfreuen kann/darf, aber im Prinzip kommt es aber auch seeehr auf die eigene Grundeinstellung von 'ich will' zu manchen 'Werten dieser Welt' an. D.h.:
    Legung (s)einer Prioritaet!

    LG, G.

    PS: ich nehme an, Du wunderst Dich noch immer leicht, dass ausgerechnet ich Quasseltante diesen Blog gerne in meinem Sammelsurium habe und ihn Dir damit vorstellen konnte?!
    Tja, ist wohl der 'Pendulum-Effekt' = geht gleich weit in alle Richtungen.
    Wenigstens stehst Du mir die Freiheit zu, mich ab und zu 'um-zu-Schubladen' - danke von Herzen!



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    1. Nach meiner Auffassung ist es völlig gleich, ob es sich um "eigene" oder "geborgte" Kinder handelt, das Gefühl allein zählt.
      Nicht umsonst sind alle Heldinnen und Helden, die ständig die Welt retten (von Haudrauf-Hollywood-Schinken mit wandelnden Untoten und ähnlichem mal abgesehen) jung, unverbraucht, frisch, lebendig, ewig unsterblich, zuversichtlich und risikobereit, ungebremst vom Sicherheits- und Bewahrerdenken der älteren Generation.
      Lg, Sathiya

      PS: nein, ich wundere mich nicht. Paßt ganz hervorragend ins Bild, das ich von Dir habe. Deine Aura strahlt durch den ganzen Erdball, wußtest Du das? ;-) Und ich bin nicht diejenige, Dir oder anderen irgendwelche Freiheiten zuzugestehen... man nimmt sich einfach das, was man braucht und gibt zurück, was es einem wert ist. Ganz einfach. Das pendelt sich IMMER ein... :-) Ungleichgewichte machen sich früher oder später bemerkbar. (Ein neues Thema für GeschmacksSsache, denke ich.)

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  2. PPS: sehr schoenes, gelungenes Teddybaer-Photo = bei evtl. Sathiya-Aktien o.ae.: Maentel und Boegen mit Deinem eigenen Design bitte ! ;-)

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    1. Aber unbedingt!
      Und dazu handgeschrieben auf feinstem selbstgeschöpftem Blütenpapier (muß ich noch lernen, wie das geht *g*)
      Die Zeichnungsfrist läuft ab jetzt. ;-)

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Ich freue mich über jeden Eurer Kommentare :-)

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